Kunstraum Parkstraße 1 Berlin 2005

Neue Arbeiten

Ausstellung vom 28. Januar bis 28. April 2005

Was veranlaßt Maler und Schriftsteller, sich immer wieder von neuem Lesern bzw. Betrachtern preiszugeben oder anders gefragt: Warum malen oder schreiben sie überhaupt? Max Frisch stellte in diesem Zusammenhang fest, daß ein Teil von ihnen dies tue „um die Welt zu verändern“, der andere dagegen, zu denen auch er sich und ich mich zählen würde, “ um die Welt zu ertragen, um standzuhalten sich selbst, um am Leben zu bleiben.“

Zu welcher Kategorie man den Einzelnen auch zählt, scheint dabei weniger von dessem intellektuellem Wollen abhängig zu sein, sondern vielmehr von seiner Emotionalität, vom künstlerischen Temperament bestimmt zu werden. In seinem Tagebuch vermerkt Max Frisch:“ Man hält die Feder hin, wie eine Nadel in der Erdbebenwarte, und eigentlich sind nicht wir es, die schreiben; sondern wir werden geschrieben.“ Diese auf den Literaten bezogene Behauptung läßt sich ohne weiteres auch auf das Schaffen des bildenden Künstlers übertragen. Hieraus leitet sich wiederum die Schlußfolgerung ab, daß es letztlich nur mittelbar vom Künstler selbst abhängt, mit welchen Themen er sich beschäftigt. Vielmehr ist es die Zeit, in der der Künstler lebt, wie das soziale Umfeld, in das er hineingeboren wird, die ihn zwingen , bestimmte Fragen zu stellen, einer bestimmten Thematik nachzugehen und hierfür die adäquaten Ausdrucksformen zu finden.

In ihrer sensiblen und zugleich kompakten Vielgestaltigkeit setzen sich meine Arbeiten mit Brüchen und Diskontinuitäten in meiner Biographie auseinander. Sie wiederum stehen in Zusammenhang mit Geschehnissen in unserem Lande im letzten Jahrhundert. Ich versuche den Mythen, Darstellungsmustern und Farbklängen von Bildern und Fotografien nachzuspüren und durch eigene Darstellungsbemühungen näher zu kommen.Das Bestreben liegt darin, Aussage und Charakter von Motiven mit großtmöglicher Ausdruckskraft künstlerisch sichtbar zu machen.

Auf der technischen Seite kamen im Laufe der Jahre die Ölmalerei, der Linolschnitt und die Seidenbildmalerei hinzu. In den letzten Jahren entstanden Bilder, in denen die Farbe in der Bildgestaltung einen noch größeren Führungsanspruch übernahm. Form- und gegenständliche Arbeit traten als Bildkomponenten in ihrer Funktion weiter zurück. In neuerer Zeit treten alte Themen in verwandelter, eindeutig der Abstraktion näher gerückten Form auf. In 04/05 trat das Collageelement hinzu und brachte auch konstruktive Komponenten in die Bildgestaltung ein.