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von der Kaiserzeit zur Deutschen Demokratischen Republik
Die Malerin Ursula Vehrigs (1893 – 1972)

Als 1893 in Mertendorf bei Naumburg/Saale Geborene gehört Ursula Vehrigs der sogenannten ‚verschollenen Generation‘ an. Seit 1907 in Berlin lebend, ist sie in den zwanziger Jahren nachweisbar auf einer Reihe verschiedener zeitgenössischer Ausstellungen vertreten und steht in Kontakt mit einem Kreis bekannter Autoren wie Alfred Kerr, Fritz Stahl, George Scheffauer, Emil Schering u.a. Entsprechende Bildnisse sind Zeugnis ihres kulturellen Umfeldes. 1925/26 hält sie sich als Schülerin von Fernand Leger in Paris auf.

Am Ende der Schreckenszeit des Dritten Reiches wird sie in Berlin ausgebombt und kehrt nach Mertendorf zurück. Dort nimmt sie am Ausstellungsleben der damaligen sowjetisch besetzten Zone bis in die beginnenden fünfziger Jahre teil (Berlin, Halle, Weißenfels). Bis zu ihrem Tod 1972 lebt und arbeitet sie dann in der damaligen DDR, allerdings abseits des offiziellen Kulturbetriebes.

Die zeitgeschichtlichen Brüche während ihrer Lebenszeit, aber auch Verluste durch Ausbombung und Veruntreuung ihres Nach­lasses nach ihrem Tod erschwerten natürlich Rezeption und Darstellung ihres künst­lerischen Lebenswerkes enorm. In den neunziger Jahren ist sie auf der großen Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin ‚125 Jahre Berliner Künstlerinnen Verein‘ neben den Arbeiten von Gabriele Munter, Paula Modersohn-Becker, Lotte Laserstein, Else Hertzer u.a. vertreten.

Ebenso zeigt die Stadt Naumburg sie in Rückschauen 1993 und 1997. Auch bei Ausstellungen von privaten Galerien ist sie vertreten, so z.B. 1994, ‚Die Novembergruppe‘, Galerie Bodo Niemann; 1998 ‚Die närrischen Weiber‘, Galerie Bernd Dürr, München; 1999 ‚ Verfemt! Verboten! Vergessen!, Galerie Bernd Dürr, München. Kritiken reihen sie ein in die nachexpressionistische Generation der expressiven Realisten.